Warum Fasten?

  • Gesundheit

Fasten ist mehr als ein paar Tage auf das Essen zu verzichten.

In mehreren Studien stellten Forscher fest, welche tollen Effekte dieser systematische Nahrungsverzicht auf unseren Körper hat. Und wie sich dies positiv auf den Verlauf von Krankheiten, wie beispielsweise Rheuma, Arthritis, Diabetes, Bluthochdruck oder Metabolischem Syndrom auswirkt. Auch auf neurologische Erkrankungen wie Demenz oder Multiple Sklerose wird eine positive Wirkung festgestellt.

Beeinträchtigt das Fasten unsere Leistungsfähigkeit?

Keineswegs! Obwohl mir selbst bis zu meiner ersten Fastenkur vor nunmehr neun Jahren davor graulte. Wie sollte ich das schaffen? Zwei Wochen ohne Nahrung und zwei kleine Kinder die meine volle Aufmerksamkeit brauchten. Obendrein komme ich aus einer Familie wo sich viele Dinge über das Essen definieren. Wie sollte es möglich sein, für meine Familie zu kochen, sich an den gedeckten Tisch zu setzen und dann mit meiner Gemüsebrühe im Glas zuzuschauen...? Die Kommentare waren der Situation entsprechend... „ Mama, Deine DIÄT ist ekelhaft.“ Doch dabei handelt es sich keineswegs um eine Diät – sondern um einen bewussten Verzicht auf Nahrung für eine bestimmte Zeit die den Körper bei richtiger Anwendung dazu bringt, sich aus seine Fettreserven zu ernähren. Und genau hier sind wir am springenden Punkt. Im Gegensatz zu vielen Diäten werden die Fettdepots durch die Verbindung Nahrungsverzicht – Bewegung – Ruhe zum Schmelzen gebracht. Genau darin liegt das Geheimnis: beachte ich diese kleine Grundregel dann tue ich weit mehr als Fettpölsterchen abbauen. Ich sorge dafür, dass mein Körper sein inneres Gleichgewicht wiederfindet - seine Balance zwischen Körper, Geist und Seele.

Ein Blick in die Natur zeigt das Fasten gehört genau wie das Essen zum Leben. Es gibt Tiere die bewusst in den Winterschlaf gehen und baut hierbei ihre zuvor angelegten Reserven abbauen. Andere wiederum drosseln ihre Nahrungszufuhr in kargen Zeiten. Menschen aus allen Kulturen fasten gewollt und ungewollt seit hunderten von Jahren. Die Entwicklungsgeschichte Mensch zeigt das Fasten gehörte dazu. Und trotzdem blieb man leistungsfähig um zu Jagen und zu Sammeln. Doch der gewollte Hunger setzt auch heilsame Prozesse im Körper in Bewegung.

Welchen Beitrag leistet das Fasten?

Neben dem Gewichtsverlust wirkt der freiwillige Nahrungsverzicht verjüngend und regenerierend. Doch auch aus medizinischer Sicht wird seine Bedeutung immer klarer. Fasten wirkt auf den menschlichen Körper wie ein – heilender – Schock. Die Physiologie wird auf den Kopf gestellt und löst eine ganze Kaskade von biochemischen Reaktionen aus. Spezielle Reinigungsmechanismen werden angeregt: Die Zellen räumen sozusagen ihr Innerstes auf und entsorgen all das was sich da im Laufe der Zeit an „Müll“ angesammelt hat. Studienergebnisse belegen den positiven Effekt auf entzündliche Prozesse wie Rheuma oder Arthritis und hohen Blutdruck. Wie neuere Forschungen belegen, kann Fasten den Verlauf von Diabetes, Metabolischem Syndrom, Demenz, Multipler Sklerose und Krebsleiden günstig beeinflussen.

Die Fastentradition zieht sich durch die Jahrhunderte. Warum ist das Thema jetzt erst wissenschaftlich anerkannt?

Fasten ist gerade so schön in „Mode“. Damit ist dieses alte Thema auch seit einigen Jahren wissenschaftlich interessant. Die Erkenntnisse in diesem Forschungsbereich überschlagen sich regelrecht. Auch die mehr und mehr jetzt ins Licht der Wissenschaft gerückte Erforschung der einzigartigen körperlichen Abfallbeseitigung in Form sogenannter „Schlacken“, die lange Zeit von der Medizin abgelehnt wurde, ist nun akzeptiert und wird weiter erforscht.

Fasten kann man nur in der Freizeit sonst riskiere ich einen Leistungsknick?

Nein, keineswegs. Die ersten Tage sollten ruhig angegangen werden. Der Körper braucht etwas Zeit um sich auf diese neue, für ihn ungewohnte Situation einzustellen. Dieser Zeitraum umfasst ein bis vier Tage. Das Ende dieser Phase ist gut auszumachen. Es kommt ein Tag – oder auch nur ein paar Stunden – da fordert der Körper vehement Nahrung ein und zeigt dies dann auch deutlich in Form von Abgeschlagenheit und/ oder Müdigkeit. Die einfachste Waffe dagegen ist: nachgeben und einfach ausruhen! Der Körper weiß warum er das gerade jetzt einfordert. Bekommt er dies, ist die Umstellung abgeschlossen und die nächsten Fastentage werden problemlos genommen. Denn jetzt hat das menschliche „Betriebssystem“ sozusagen auf „Sparflamme“ umgestellt. So braucht es keine ein oder zwei Wochen Urlaub um erfolgreich zu fasten, sondern maximal ein verlängertes Wochenende für die körperliche Einstellung.

Kluger Verzicht ist die bessere Medizin

Eine neue spannende Erkenntnis betrifft das intermittierende Fasten. Dabei wird regelmäßig nur Stunden oder einmal wöchentlich für einen Tag gefastet. Die Wirkung ist nachweisbar genauso gut wie beim Langzeitfasten das nur unter fachkundiger Begleitung durchgeführt werden soll. Der kurzfristige regelmäßige Nahrungsverzicht tut ebenfalls gut und ist für viele im stressigen Alltag leichter zu bewerkstelligen. Keinesfalls sollten bei den übrigen Mahlzeiten Kalorien gezählt werden, sondern die Stunden ohne Nahrung! Was selbstverständlich nicht bedeuten soll, das die übrigen Mahlzeiten einem Festgelage ähneln sollen...eine gute, ausgewogene Ernährung, langsam und bewusst gekaut, unterstützt das Fasten zusätzlich und macht schneller satt.

Ruhe und Bewegung

Beide Pole sind wichtige Eckpfeiler für ein gesundes und erfolgreiches Fasten. Ruhephasen erleichtern uns die Umstellung und sorgen dafür, dass wir genügend Energie tanken. Bewegung darf und soll sein. Eigene Leistungsgrenzen sollten hierbei strikt beachtet werden und von Extremsport lässt man in der Fastenzeit besser die Finger. Doch regelmäßig gemäßigtes Laufen, Walken, Waldspaziergänge, Yoga oder leichter Kraftsport fördern die Fettverbrennung und kurbeln die Entschlackung zusätzlich an. Meditationen und Achtsamkeitsübungen sorgen zusätzlich für ein harmonisches inneres Gleichgewicht.

Worin unterscheiden sich Fasten und Diät?

Fasten bedeutet bewusster und kompletter Verzicht auf feste Nahrung. Dabei geht es keineswegs nur um die Gewichtsabnahme. Diese ist eher ein positiver Nebeneffekt, denn in erster Linie geht es um die Entgiftung unseres Körpers. Abtransport und Ausscheidung der Schlacken bewirken gleichzeitig eine Regeneration unserer Zellen. Eine Diät hingegen setzt auf eine Nahrungsreduktion und/ oder auf die Umstellung auf bestimmte Diätnahrungsprodukte. Es wird weiter Nahrung zugeführt und es dreht sich nur um die Gewichtsreduktion. Beim kompletten Nahrungsverzicht wird der Körper sehr schnell dazu gebracht auf Fettverbrennung umzustellen. Zucker, egal ob in herkömmlicher Form oder als Zuckeraustauschstoff, steht dem Körper nicht mehr als Nahrungsquelle zur Verfügung. Ketone werden zur Energiegewinnung herangezogen. Was bei Diäten geschieht, ist zweifelhaft und es besteht neben dem „Jo-Jo-Effekt“ auch immer auch die Gefahr der Mangelernährung. Die Stimme des Körpers wird in der Diät schlichtweg ignoriert. Es gibt ein Konzept an das man sich halten muss und es ist völlig egal ob der Körper nach etwas anderem verlangt. Die Folge sind Heißhungerattacken und nicht selten ein Abbruch der Diät, verbunden mit dem inneren Frust, es wieder einmal nicht geschafft zu haben. Klar, beim Fasten isst man erst mal nichts...doch in der übrigen Zeit kann und darf man essen was man will.

Wie ist das mit dem "Fasten-High"?

Ich möchte an dieser Stelle nicht verallgemeinern und spreche daher auch nur über meine persönliche Erfahrung. Die ersten macht zwei, drei Tage Fasten machen mir gar nichts aus. Dann kommt der kurze tote Punkt, der wie ich finde, immer schneller kommt und kürzer bleibt. Danach bin ich in Hochstimmung. Es macht mir überhaupt nichts mehr aus zu fasten. Im Gegenteil. Ich setze mich völlig entspannt mit meiner Familie oder Freunden an den Tisch. Und es stört mich kein bisschen das andere essen und ich mit Gemüsebrühe, Fruchtsaft, Tee oder stillem Wasser danebensitze und zuschaue. Denn ich weiß ganz genau, das mein Körper mich mit einem unvergleichlichen neuen tollem Körpergefühl und einem riesigen Energieschub belohnt - was weit über ein paar gepurzelte Pfunde hinausgeht.

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